Hans-Heinrich Jörgensen 
Von der Wiege bis zur Wehrpflicht - Biochemie für Kinder und Jugendliche
 Säugling 
Beginnen wir gleich ganz am Anfang, beim Säugling, wobei ich darunter nicht nur eine Alterskategorie verstehe, sondern wirklich das gesäugte Kind, das an Mamas Brust anliegt. Das ist für den neuen Erdenbürger die natürlichste Form der Ernährung, und darum hat unser mit Muttermilch ernährtes Baby auch keine Mangelerscheinungen - es sei denn, die Mama hat welche. D'rum gilt die Faustregel: alles was Baby braucht, bekommt Mama! Das gilt auch für so genannte Immunstimulanzien oder -modulatoren, wenn Klein-Lieschen erstmals schnieft oder hustet. Es macht nicht nur keinen Sinn, sondern ist zudem verkehrt, beim Säugling im ersten Halbjahr seines Lebens das Immunsystem anregen zu wollen. Es hat nämlich keines. Und das aus gutem Grund. 

Die Immunabwehr des Menschen soll sich gegen fremde Eindringlinge von außen wehren. Dazu muss es unterscheiden können: wer ist der Feind, wer bin ich selbst. Und eben das kann Baby noch nicht. Das Neugeborene hat kein eigenes Immunsystem, weil es erst den eigenen Körper mit allen seinen Organe und Systemen als eigen kennen lernen muss. Die Immunabwehr richtet sich ohne diese Kenntnis und dieses Erkennen ansonsten gegen den eigenen Körper. Darum muss der Säugling die notwendigen Antikörper gegen Bakterien und Viren auch mit der Muttermilch erhalten. Rund sechs Monate dauert dieser Kennenlernprozess, in diesem ersten Halbjahr muss also Mutters Immunabwehr stark sein oder gestärkt werden.

Und hier stellt sich schon einmal die ganz kritische Frage: Kann es nicht sein, dass wir, wenn wir dem Kleinen die Muttermilch vorenthalten und es damit zwingen, schon sehr früh und vor dieser Erkennungsphase ein eigenes Immunsystem zu entwickeln, damit den Keim für spätere Autoimmunerkrankungen legen? Eine Autoimmunerkrankung ist eine Abwehrreaktion, die sich gegen eigenes Körpereiweiß richtet, wie zum Beispiel das echte Rheuma.

Das klassische biochemische Entzündungsmittel Nr. 3 (Ferrum phosphoricum D12) ist im Gegensatz zu Echinacea- oder Mistel-Präparaten kein Immmunstimulanz, sondern es ermöglicht erst die Fresstätigkeit der weißen Blutkörperchen, die noch von Mutters Immunsignalen gesteuert wird. Eine Fresszelle schafft es nur, ein Bakterium zu knacken, wenn freie Eisen-Ionen, also Ferrum, anwesend ist.  
Keine Abwechslung 
Der nächste Fehler, den junge Eltern gerne machen, ist das Bemühen um Abwechslung in der Ernährung. Was für Erwachsene richtig und wichtig ist, gilt nicht für das Baby. Zunächst ist die Muttermilch das Wichtigste. Reicht sie nicht, um den Wonneproppen satt zu kriegen, muss zugefüttert werden, aber so einseitig wie möglich. Der Nachwuchs ist noch vollauf damit beschäftigt, sich selbst kennen zu lernen, und hat keinen Freiraum mehr, die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen - von Banane bis Kiwi - daraufhin abzuklopfen, ob die denn nun geeignet sind oder nicht.

Kommen die ersten Neuheiten in Babys Bauch, dann weiß das Verdauungssystem noch nicht so recht, soll ich denn nun Amylase, Lipase oder Trypsin erzeugen, damit es mir bekommt. Das Ergebnis ist eine unvollständige Verdauung mit Gärungs- oder Fäulnisprozessen im Darm, die wiederum einen Blähbauch machen. Baby schreit - zu Recht. Also nehmen wir es auf und trösten es mit Wiegen und Schaukeln. Das gefällt dem Kleinen, und irgendwann schreit es schon, um Schaukelspiele und Unterhaltung zu finden. Das ist der Punkt, an dem Mutters geschultes Ohr unterscheiden muss, will Klein-Lieschen nur spielen, oder steckt die Nagelschere in den Windeln. Es ist keine Lieblosigkeit, Kleinchen auch einmal schreien zu lassen bis es ihm zu langweilig wird. Das kräftigt die Lunge und massiert den Bauchraum.

Wenn's denn Biochemie sein soll, dann hilft die Nummer 7 (Magnesium phosphoricum D6) gegen die Bauchkrämpfe, aber nicht als "heiße Sieben", sondern einfach eine zerstoßene Tablette in drei bis vier Fläschchen am Tag. Nummer 4 (Kalium chloratum D6) und Nummer 10 (Natrium sulfuricum D6) bringen die junge Bauchspeicheldrüse ein wenig auf Trab.. 
Zahnung 
Den nächsten Schrei tut dann Mama, wenn Kleinchen beim friedlichen Nuckeln plötzlich kräftig in die Brustwarze beißt. Das tut schon weh, ehe denn die ersten weißen Beißerchen sichtbar sind  und kommt deswegen so überraschend. Brechen die Zähne durch, dann tut's auch dem Kleinen weh. Da ist Trösten erlaubt, aber keine Schmerz- oder Beruhigungsmittel, nur damit Papa besser schlafen kann.

Das Wachsen und damit Durchbrechen der Zähne begünstigt die Nummer 2 (Calcium phosphoricum D6). Zur Härtung der kleinen Zähne müssen es keine schulmedizinischen Fluorpräparate sein, die Nummer 1 (Calcium fluoratum D12) hat sich seit 130 Jahren bewährt. Aber bitte auch wirklich in der D12 und nicht in einer D3, wie kürzlich irgendwo zu lesen war. Eine D3 bewegt sich für Kleinstkinder schon hart an der Grenze zur Toxizität. 

Banale Infektionen 
Nun wächst Kleinchen heran, kommt in den Kinderhort und spielt auf der Straße mit fremden Kindern, die mit anderen häuslichen Bakterien und Viren vertraut sind. Der erste Schnupfen, Husten, Fieberschub, die erste Hals- oder Mittelohrentzündung sind nahezu gesetzmäßig programmiert.

Kinderarzt, Antibiotikum, fiebersenkende Zäpfchen - diese Patentlösung hat sich bei ängstlichen und fürsorglichen Müttern so fest etabliert und fast vergessen gemacht, dass es inzwischen auch beim Nachwuchs ein Immunsystem gibt, das böse Feinde erkennen und abwehren muss. Und immer neue böse Feinde kommen auf unser Jüngstes zu. Das Immunsystem muss lernen, lernen, lernen und üben, üben, üben. Nehmen wir ihm zu ängstlich diesen lebensnotwendigen Prozess ab, bleibt es verkümmert. Wir ziehen uns Kinder heran, die bei jedem vorbei fliegenden Bazillus auf der Nase liegen.

Für Kleinkinder und Schulkinder, die erstmals den häuslichen Hort verlassen, sind 6-8 "Erkältungen" im Jahr durchaus normal und hinnehmbar, sie sind Ausdruck des immunologischen Lernprozesses. Es gibt ernsthafte Hinweise, dass Menschen, die öfter Fieber entwickeln, ein geringeres Krebsrisiko im späteren Alter haben.

Natürlich gehört auch wieder eine gute Beobachtungsgabe und ein ebenso gutes Urteilsvermögen der Mutter dazu, um zu unterscheiden, ob die banale Infektion mit den herkömmlichen Hausmitteln auskuriert werden kann, oder ob der Nachwuchs ernsthaft krank ist und des Arztes bedarf. Eine Mutter, die ihre Kinder kennt, kann das unterscheiden.

Zu den Hausmitteln zählt natürlich in erster Linie die Nummer 3 (Ferrum phosphoricum D12), und das gegebenen Falls halbstündlich. Jeder, der in Schüßlers Oldenburger Heimat groß geworden ist, kennt "Ferrum phos". Wenn nicht Mutter, dann hatte Tante Grete oder Oma das Fläschchen in der Hausapotheke. Und wenn Klein-Herbert mit fieberroten Ohren abends heim kam, dann gab es alle halbe Stunde oder öfter "Ferrum phos". Am nächsten Morgen konnte der Knabe wieder barfuß mit der Angelrute an der Hunte sitzen.

Dauert es etwas länger, dann löst das Entzündungsmittel für das zweite Stadium, Nr. 4 (Kalium chloratum D6) die Nummer 3 ab. Hier habe ich allerdings auch Verständnis, wenn das Längerdauern doch den Hausarzt auf den Plan ruft.

Und ganz wichtig für die Lernprozesse des Immunsystems ist das Ergänzungsmittel Nr. 21 (Zincum chloratum D6). Die Schule der weißen Blutkörperchen, die Thymusdrüse, ist ohne Zink hilflos.

Impfdiskussion 
Nun ist nicht jedes Fieber auf eine so genannte "banale" Infektion zurückzuführen. Eine Reihe typischer Kinderkrankheiten, wie Masern, Scharlach, Röteln, Windpocken können über das bestbehütete Kind herfallen. Früher hat man die gesunden Kinder zu Masernpatienten ins Bett gesteckt, auf dass sie sich anstecken und damit für später Immunität gewinnen. Fraglos eine sehr ruppige und nicht empfehlenswerte Form des "Impfens". 

Das Prinzip, den Patienten einer Infektion auszusetzen, um spezifische Immunität zu erzeugen, hat die moderne Medizin aufgegriffen, jedoch etwas weniger ruppig. Sie benutzt im Prinzip abgeschwächte Erreger, um eben diese Immunität zu erzeugen, ohne dabei den Impfling wirklich krank werden zu lassen.

In der Naturheilkunde hat sich eine breite Impfgegnerschaft entwickelt, die ihre Wurzeln in der einstigen Impfpflicht gegen Pocken hat. Wir Älteren haben alle noch die rundlichen Impfnarben am Oberarm. Dabei ist der Grundgedanke des Impfens eigentlich Naturheilkunde pur: kontrollierte Konfrontation mit Krankheitserregern um das Immunsystem zu schulen. Ich kann darum diese grundsätzliche Impffeindschaft nicht nachvollziehen, wohl wissend, dass manche Impfung überflüssig ist, manche Impfung die notwendige Nutzen:Risiko-Abwägung nicht abschließend beantworten kann, und manche an sich nützliche Impfung individuell unverträglich sein kann.

Diese Diskussion muss aber sachlich, undogmatisch und ohne Polemik geführt werden. Eltern, die nicht jede der offiziellen Impfempfehlung der "Ständigen Impfkommission" (STIKO - googeln Sie mal) für zwingend und sinnvoll halten, sehen sich großem Druck ausgesetzt und haben ein ständiges schlechtes Gewissen. Wie immer sie entscheiden, sie entscheiden nicht für sich, sondern für ihren Nachwuchs. Mit Blick auf die Rötelimpfung bei Mädchen sogar möglicherweise für die Enkelkinder, denn eine Rötelinfektion während der Schwangerschaft kann zu Schäden am Embryo führen. Deshalb empfiehlt die STIKO, Mädchen möglichst bis zum 15. Lebensjahr gegen Röteln zu impfen.

Wir unterscheiden eine aktive, passive oder Simultan-Impfung. Bei der aktiven Impfung verabfolgt man abgeschwächte Krankheitserreger oder auch nur ihre Erkennungssignale, was den Körper veranlasst, Antikörper und Abwehrmechanismen dagegen zu entwickeln. Manche so erlernte Immunität hält ein Leben lang an, manche muss regelmäßig erneuert werden. Bei der passiven Impfung funktioniert das nicht oder kommt zu spät. Da verabfolgt man schon die fertigen Antikörper, und bei der Simultanimpfung verknüpft man beides.

Wegen der oben erklärten Selbsterkennungsphase im ersten Halbjahr des Lebens halte ich zumindest Aktiv-Impfungen in dieser frühen Lebenszeit für nicht unbedenklich. Die Impfempfehlungen der STIKO beginnen mit dem 3. Lebensmonat.

Nach einer Impfung, wann immer sie erfolgt, gibt es natürlich Reaktionen, das ist ja auch das Ziel. Gehen sie mit Fieber oder Beschwerden einher, bietet sich aus der Biochemie als erstes die Nummer 3 (Ferrum phosphoricum D12) an. 
Keuchhusten 
Keucht und hustet Kleinchen die ganze Nacht bis zum Erbrechen, wird's zur Qual für Kind und Eltern, und man fragt sich: "Hättest Du nicht doch ...?" 

Drei biochemische Mittel bieten sich an: die Nummer 3 (Ferrum phosphoricum D12) gegen die Entzündung, Nummer 7 (Magnesium phosphoricum D6) gegen die Bronchialkrämpfe und das Ergänzungsmittel Nr. 15 (Kalium jodatum D6) zum Schleimlösen. 
Würmer 
Klagt der Spross "Mama, mein Po juckt" sollte das nicht geschamig überhört werden. Würmer sind wieder im Kommen. Die geriebenen Mohrrüben, mit denen wir in der Kindheit malträtiert wurden, hängen mir heute noch zum Halse raus. Genützt haben sie nichts. Hier gibt es auch keine sinnvolle Biochemie-Empfehlung, ein Wurmmittel muss her. Richtig, das ist giftig - für die Würmer und ihre Larven, bei richtiger Dosierung nicht für den Spross.

Bettnässen 
Aus Klein-Lieschen ist Lieselotte geworden, planmäßig entwickelt, und sittsam geht sie zur Schule. Plötzlich bricht große Not in der Familie aus: die große Lieselotte macht wieder ins Bett, und wie bringen wir es dem Lehrer bei, dass sie die Klassenfahrt nicht mitmachen "kann"? Manchmal liegt es wirklich am kleinen Brüderchen, dessen nasse Windeln viel Zeit von Mama in Anspruch nehmen, Zeit, die Lieselotte auch gern hätte. Welche der vielen möglichen Ursachen der Auslöser sind, Lieselotte macht's nicht mit Absicht. Was kann sie dafür, wenn es im lebhaften Traum plötzlich munter sprudelt? Vorwürfe, Schimpfen, Tadel, Ermahnungen machen es nur schlimmer.

Und wird Lieselotte vom Hausarzt zum Kinderarzt, von dort zum Urologen, zum Heilpraktiker und zum Psychologen geschleppt, wird das kleine Unglück zum großen Drama - und manifestiert sich.  
Ich habe bei meinen kleinen Patienten gute Erfahrungen damit gemacht, das Problemchen völlig zu ignorieren. Wer altersmäßig schon trocken war, kann Nachthemd und Bettlaken auch schon alleine wechseln. Eine Gummiunterlage zwischen Laken und Matratze, einen Stapel Bettlaken und Nachthemden oder Schlafanzüge ins Kinderzimmer, die Lieselotte alleine wechseln kann, wenn's denn passiert ist. Und kein Wort mehr über die Geschichte. Kein neugieriges Gucken, ob..., kein Tadel, nicht einmal eine gerunzelte Stirn und hochgezogene Brauen, keine Quälerei mit "weniger trinken", vor allem keine Medikamente, auch keine biochemischen, aber auch kein Wort des Lobes, wenn's trocken blieb. So geht der Spuck am schnellsten vorbei.

ADHS, der Zappelphilipp 
Wer den Eltern und Lehrern eines ADHS-gestempelten Kindes zu erklären versucht, dass das weder eine Krankheit noch ein Mangelsymptom oder gar das Gegenteil davon ist, setzt sich der Gefahr des Lynchtodes aus. Es ist ja auch viel leichter anzunehmen, das Kind sei krank, hirngestört, falsch ernährt, als sich einzugestehen, pädagogische Fehler gemacht zu haben. 

Trotzdem sage ich es, wohl wissend, damit den Zorn aller Problemkindseltern auf mich zu lenken: manch "hyperaktives Kind" verhält sich völlig normal und nervt damit seine hypoaktiven Eltern. Und manch kindlicher Protest gegen langweiligen Unterrichtsstoff, der von ebenso gelangweilten Lehrern noch langweiliger vorgetragen wird, ist allzu verständlich. 

Ehe wir also nach der richtigen Pille suchen, sollten wir uns sehr kritisch fragen, ob wir denn immer das richtige Maß an Zuwendung und Distanzierung, an Freiraum und Begrenzung, an Lob und Tadel, an Selbständigkeit und Führung, an Nachgiebigkeit und Konsequenz, an Ja-Ja und Nein-Nein gefunden haben.

Auch müssen wir sehr kritisch die Frage stellen, ob es denn überhaupt eine Pille sein muss. Auch die vom Wirkstoff her harmlose homöopathische, biochemische, phytotherapeutische Pille birgt die Gefahr in sich, im Bewusstsein des Kindes und der Eltern Weichen falsch zu stellen, nämlich die Vorstellung zu wecken und zu verfestigen, man könne alle Unbill des Lebens mit einem Pharmakon aus der Welt schaffen. Eine Vorstellung, die sich bereits verhängnisvoll in unserer Gesellschaft breit gemacht hat. 

Den Unruhigen dämpfen wir, den Antriebslosen hellen wir auf, den Ängstlichen enthemmen wir..., und verlernen dabei, dass man Probleme lösen muss, dass man Trauer verarbeiten muss, dass man Misserfolge einstecken muss, dass man Ungerechtigkeiten ertragen muss, oder sich dagegen wehren muss. Das ganze gilt für das Kind wie für den Erwachsenen.

Bei jeder medikamentösen Therapieempfehlung, auch der biochemischen, fürchte ich wie der Teufel das Weihwasser, eben jene Weiche falsch zu stellen. Hat sich erst die Vorstellung verfestigt, dass es nicht der fehlende Freiraum - oder auch die fehlende Begrenzung dieses Freiraumes - ist, sondern eine ominöse Krankheit oder Ernährungsstörung, dann ist die Versuchung groß, in dieser Richtung weiter zu suchen. Und wenn denn das Schüßler’sche Mineral doch nicht das bringt, was man sich erhofft hat, dann könnte man es ja vielleicht einmal mit jenem hochgelobten und zugleich verteufelten Amphetaminabkömmling versuchen, von dem es inzwischen mindestens fünfe auf dem Markt gibt und vor dessen zunehmender Anwendung sogar die Bundesregierung warnt. Dieses Gleis führt dann geraden Wegs weiter zu den Designerdrogen der Disco, zum schnellen Joint oder zum Dauergebrauch unterschiedlichster Psychopharmaka, schlimmsten Falls auch zum "goldenen Schuss" auf der Bremer Bahnhofstoilette.

Wenn es denn aber eingedenk all dieser Bedenken doch der Versuch mit dem biochemischen Mineralsalz sein soll, drängen sich zwei Elemente in den Vordergrund: Nr. 5 (Kalium phosphoricumD6) und Nr. 7 (Magnesium phosphoricum D6). Kalium, weil es das Ruhepotenzial der Nerven stärkt, Magnesium, weil es Kalium erst dahin bringt, wo es wirken kann, nämlich ins Innere der Nervenzelle.

Warzen 
Da gibt es tausend Empfehlungen: zum Beispiel das Quellwasser, das bei Vollmond um Mitternacht von einer Jungfrau aus einer Quelle geschöpft wurde. Pech nur, dass wir keine Quellen mehr verfügbar haben. Im Ernst, alle diese Ratschläge können helfen. Die gemeine Warze ist eine Viruserkrankung, und die Selbstheilkraft ist stark von der Psyche abgängig. Wenn der kleine oder auch große Patient fest genug an irgendein Wundermittel glaubt, dann bringt es auch etwas. Ich würde allerdings mehr auf die Immunstärkung mit der biochemischen Nummer 3 (Ferrum phosphoricum D12) setzen.

Sportverletzungen 
Das erste Fahrrad, Fußballkicken auf dem Dorfanger, vom Pony gefallen oder von Nachbars Apfelbaum...,  eine Kindheit und Jugend ohne Schürfwunden und Sportverletzungen ist eine arme Kindheit. Wiederum die Nummer 3, als Tablette gelutscht und als Salbe aufs Wehwehchen macht den Schaden schnell wieder gut. Bei Zerrungen und Prellungen ist das Bindegewebe beteiligt. Da führt kein Weg an der Nummer 11 (Silicea D12) vorbei, ebenfalls innerlich und äußerlich.

Wird es mit dem Sport etwas zu leidenschaftlich getrieben, können beim Heranwachsenden Schmerzen an den Enden der Röhrenknochen am Unterarm und Unterschenkel auftreten. Zwischen diesen ja noch in die Länge wachsenden unausgereiften Knochen und den angrenzenden Gelenken (Ellbogen und Handgelenk, Knie und Sprunggelenk) ist die Epiphysenfuge noch nicht geschlossen und kann sich bei Überbelastung entzünden. Hier ist auf jeden Fall angesagt, sportlich etwas kürzer zu treten, und aus dem Fundus der Biochemie natürlich ebenfalls die Nummer 11 (Silicea D12) anzuwenden.

Heuschnupfen 
Der Heuschnupfen ist eine allergische Erkrankung, bei der die Abwehrmechanismen gegen herumfliegende Blütenpollen übers Ziel hinausschießen. Diese Überreaktion ist - wie bei vielen anderen Krankheiten auch - eher ein Zeichen der Schwäche, die eine angemessene Reaktion nicht zulässt. Hier ist das Ergänzungsmittel Nummer 21 (Zincum chloratum D6) unverzichtbar, und das über wenigstens ein halbes Jahr vor der Blütezeit der schuldigen Pflanzen oder Gräser. Ist es dann soweit, hilft ergänzend die Nummer 2 (Calcium phosphoricum D6) mit ihrem alle Membranen abdichtenden Effekt.

Im Hintergrund des lästigen aber relativ ungefährlichen Heuschnupfens steht immer ein wenig die Gefahr, dass diese allergische Störung sich auf die tieferen Bronchien ausdehnt und zum Asthma bronchiale wird. Da das wiederum mit dem Lungenemphysem bleibenden Schaden anrichten kann, stoßen wir hier mit Hausmitteln an eine Grenze.

Pubertät 
Und damit nähern wir uns dem Ende dieses Themas. Lieselottchen und Klein-Herbert machen sich auf den Weg ins Erwachsenenalter. In dieser Übergangsphase haben beide oft und lästig mit der Pubertäts-Akne zu schaffen, die nicht selten gar in Furunkel und Karbunkel übergeht. Im Entzündungsstadium greifen wir wie immer bei entzündlichen Erscheinungen zur Nummer 3. Auch wenn der gute Doktor Schüßler die Nummer 12 (Calcium sulfuricum D6) in späteren Jahren gern aus seinem Programm gestrichen hätte, hier hat sie sich bestens bewährt.

Und wenn nun der Filius seinen Wehrdienst absolviert und unsere Teeny mit den Jungen von der Ausbildungskompanie schäkert, sollten beide so mit der Biochemie vertraut sein, dass sie nicht mehr Mamas Hilfe brauchen.