Natrium (Na) = Sodium


Natrium (Na) (engl. Sodium) ist ein einwertiges Kation 
mit der Ordnungszahl 11 und der Atommasse 22,99.  
Dichte 0,97 g/ccm, Schmelztemp. 98°C, Siedetemp. 892 °C.  
Silberglänzendes weiches Metall  
Vorkommen: Steinsalz, Chilesalpeter, Kryolith, Albit 


 


Zugegeben, mit dem Natrium habe ich in der Biochemie etwas Schwierigkeiten, denn Mangelerscheinungen gibt es nur in Ausnahmefällen, z.B. bei extrem starkem Schwitzen. Vielmehr führen wir uns mit der hierzulande üblichen Kost nahezu die 20fache Menge dessen, was wir bräuchten, zu. Es gibt also eher ein Überangebot als einen Mangelan Natrium. Aus diesem Grunde ist in den Neukönigsförder Mineraltabletten®, einem zur breiten Ergänzung fehlender Mineralien geeignetem Multimineralpräparat, auch kein Natrium enthalten. 

Noch zu Dr.Schüßlers Zeiten war das anders. Natrium, ohne Frage ein lebenswichtiges Mineral, war damals noch knapp und teuer. Noch früher sind Städte, die sich glücklich schätzten, Salzvorkommen in ihrem Bereich zu finden, wohlhabend und groß geworden. Die Nord-Süd-Straßen Europas waren entweder Ochsentreibwege, Heerstraßen (was sich ähnelt) oder Salzstraßen. 

Natrium bindet im Körper Wasser. Die physiologische oder isotonische Kochsalzlösung, jene Flüssigkeit, mit der Injektionen und Infusionen aufgelöst werden, entspricht genau der Wasserbindungsfähigkeit menschlichen Gewebes. Es handelt sich um eine 0,9%ige Lösung, d.h. 9 Gramm Kochsalz sind in einem Liter Wasser gelöst. 

9 Gramm Kochsalz, Natriumchlorid, binden also einen Liter Wasser im Körper. Essen wir 9 Gramm Kochsalz zuviel, dann ist auch ein Liter Wasser zuviel in unserem Blut gebunden, zwar nur vorübergehend auf dem Weg zur Niere, aber immerhin. Zwänge ich in ein vorgegebenes Gefäßvolumen, das Adernetz, plötzlich einen Liter mehr als vorgesehen, dann wird der Druck, den die Flüssigkeit auf die Gefäßwände ausübt, entsprechend höher. Das ist die Ursache vieler leichter bis mittlerer Blutdruckerhöhungen. Die schulmedizinische Therapie besteht daher auch in erster Linie darin, Natriumchlorid an der Niere herauszuziehen, und damit auch das überflüssige Wasser. Einfacher wäre es, in der Küche den Salzstreuer etwas seltener zu benutzen. 

Man hat in der Medizin lange gerätselt, ob Natrium, ob Chlor, oder ob beide gemeinsam als Natriumchlorid den Blutdruck hoch treiben. Vieles spricht dafür, daß es vielmehr das verschobene Gleichgewicht zwischen Natrium und Kalium ist. Und damit bietet sich eine zweite Therapie an: entweder Natrium-Entzug oder vermehrte Kalium-Zufuhr, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. In der Tat, beides funktioniert. 

Und eine dritte Möglichkeit kommt hier zum Tragen, die homöopathische Ähnlichkeitsregel. Mit homöopathisch aufbereiteten Stoffen bekämpft man jene Symptome, die der gleiche Stoff in seiner Urkonzentration erzeugt. Und wenn denn Natriumchlorid als Ursalz den Blutdruck hoch treibt, dann läßt sich Natriumchlorid in entsprechend hoher homöopathischer Potenz zur Behandlung dieser Natrium-Intoxikation anwenden. Das sollte dann allerdings im Gegensatz zur üblichen D6 schon eine D9 oder D12 sein. 

Schüßlers klassische Anwendungsgebiete, wie sie heute noch in unseren Schriften stehen, Tränenfluß, Fließschnupfen, wässriger Ausfluß, Wasseraufwulken, lassen sich dadurch beeinflussen, daß das Wasser durch die Natriumergänzung im Körper festgehalten wird, und der Fluß damit zum Stehen kommt. Eindeutig  also allopathische Indikationen. 

Bei der Gelegenheit ein Wort zu Mineralwässern, die gerne von der irrigen Vorstellung profitieren, sie seien gesünder als Leitungswasser. Hierzu empfiehlt es sich, eine Information der Stiftung Warentest einzuholen. Jede Mineralwasserflasche enthält Angaben über die Zusammensetzung des Wassers. Ein Blick darauf ist sinnvoll. Wenn hinter den Buchstaben "Na" für Natrium die größte Zahl steht, dann ist das ein natriumreiches Wasser und zumindest für Hochdruckpatienten wenig geeignet. Suchen Sie nach Wässern, die viel Calcium (Ca) oder Magnesium (Mg) enthalten. Damit fahren Sie besser. 

Im englischen Sprachraum spricht man nicht von Natrium, dort heißt es Sodium. Soda, mit dem früher die Hausfrauen das Wasser enthärtet haben, ist Natriumcarbonat. Und Natriumhydrogencarbonat (Natron) ist Bestandteil der meisten Entsäuerungsmittel. Zu bedenken ist jedoch, daß mit jedem basischen Hydrogencarbonat-Molekül auch ein wasserbindendes Natrium-Atom in den Kreislauf gelangt. 

Mit Natriumhydroxid (Ätznatron) macht die fleißige Hausfrau alte Fußböden neu. Natriumnitrit als Pökelsalz ist nicht mehr erlaubt, dafür reinigt Natriumsulfat, biochemsich die Nr. 10, Glaubersalz, den Darm. Natriumglutamat, in Fertigspeisen als Geschmacksverstärker eingesetzt, reichert uns noch mehr mit Natrium an. 

Faszinierend ist, was Dr. Schüßler zu seiner Nr. 9,  Natrium phosphoricum, schreibt. Es mutet fast an, als hätte er hellseherische Qualitäten gehabt, denn alles, was wir heute über den Säure-Basen-Haushalt wissen, ist sehr junges medizinisches Erkenntnismaterial und konnte ihm noch nicht bekannt sein. Schüßler empfiehlt die Nr.9 gegen Milchsäure-, Harnsäure- und Kohlensäure-Überschuß. Richtig ist, daß Phosphate hervorragende Puffersubstanzen sind. Bei der heutigen natriumreichen Ernährung würde ich zum Entsäuern jedoch lieber natriumfreie Substanzen suchen.