Mangan Mn


Mangan ( Mn ) ist ein ein- bis siebenwertiges Kation  
mit der Atommasse 54,94 und der Ordnungszahl 25.  
Dichte 7,43 g/ccm, Schmelzp.1245 C., Siedetemp. 2150 C.  
Eisenfarbiges sprödes Metall  
Vorkommen: Braunstein, Manganit, Braunit, Hausmannit, Rhodochrosit. 

Nicht nur Zink, auch Mangan ist für den Säure-Basen-Haushalt von großer Bedeutung. Die bei anaerober Verbrennung entstandene Milchsäure wird mittels der manganhaltigen Pyruvatcarboxylase wieder zu verbrennungsfähiger Glucose zurückverwandelt. Neo-Glucogenese heißt dieser Vorgang und ohne ihn wäre die Milchsäurebildung eine Stoffwechselsackgasse. Das Leistungslimit des Sportlers wird daher durch die Manganversorgung mitbestimmt. Und man sollte nie vergessen, daß jeder Geriatriepatient stoffwechselmäßig ein Leistungssportler ist. 

Viel wichtiger aber ist die Kontrolle der freien Sauerstofffradikale durch Mangan. 

Radikale sind hochaktive, aggressive Molekülbruchstücke mit ungepaarten Elektronen, denen wir in der Medizin zur Zeit große Aufmerksamkeit zuwenden, weil dieser "oxidative Streß" angeblich die Mitochondrienmembran schädigt. Das Superoxid-Anion-Radikal, das Perhydroxyl-Radikal, Wasserstoffperoxyd und auch der Singulett-Sauerstoff zählen dazu. 

Zur Ehrenrettung der Sauerstoffradikale sei aber auch erwähnt, daß sie nicht nur böse sind, sondern eine physiologische Wirkung als antibakterieller Wirkstoff der Granulozyten haben. Sie zerstören Bakterien und bösartig entartete Zellen und machen sie der Phagozytose zugänglich, d.h. für Freßzellen angreifbar. 

Der vermutete schädliche Effekt dieser Sauerstoffradikale besteht in der Lipidperoxidation, das ist nichts anderes als das Ranzigwerden der Butter. Die Hülle aller Zellen besteht zu einem großen Teil aus Lipiden. Was bei der Butter nur den Geschmack verdirbt, kann für die Zellmembran tödlich sein. Eine Zellschädigung dieser Art kann - so wird es derzeit diskutiert - zur Arteriensklerose, zu Krebs oder zum Rheuma führen. 

Nun sind diese aggressiven Sauerstoff-Radikale ohnehin sehr kurzlebig. Gelingt es, ihre Lebensdauer noch weiter zu verkürzen, kann das diesen Krankheiten möglicherweise vorbeugen. Als Radikalenfänger kommen eine ganze Reihe von Substanzen in Frage, z.B. Die Vitamine A, E und C sowie Magnesium und Mangan. Wenn die Margarine-Industrie ihre Margarine mit Vitamin A und E anreichert, dann nicht etwa um unserer Gesundheit willen, sondern damit sie nicht ranzig wird. Vitamin A- und E-Mängel sind darum auch kaum zu erwarten. 

Neben diesen Vitaminen gibt es etliche körpereigene Enzyme, sogennante Scavenger-Enzyme, die ebenfalls Radikale einfangen und unschädlich machen können. Dazu gehören die eisenhaltigen Katalasen, die eisen-, kupfer-, zink- und mangan-haltige Superoxiddismutase, und auch die selen-haltige Glutathionperoxidase. Ohne ihre Metallkerne funktionieren diese Enzyme nicht. 

Aber lassen Sie mich mit Blick auf bestimmte Vermarktungstendenzen einmal ganz deutlich sagen: Wenn die Radikalentheorie stimmt, und wenn der Krebsentstehung durch das Einfangen der Radikale möglicherweise entgegengewirkt wird, dann handelt es sich bei den oben genannten Spurenelementen allenfalls um ein Prophylaktikum, um eine Vorbeugung. So zu tun, als hätte man mit einem einzelnen, möglicherweise gar toxischem Spurenelement ein Krebstherapeutikum, halte ich für sehr bedenklich. 

Bei der Stagnation des Blutflusses hinter Gefäßverschlüssen entstehen massig  Sauerstoffradikale. Es sollte daher Standard werden, bei jeder Lyse- und Reperfusionsbehandlung massiv Radikalenfänger einzusetzen. 

An der Schilddrüse kann Mangan einige Iod-ähnliche Funktonen übernehmen. Die Struma kann ebenso auf einen Mangan-Mangel wie auf einen Iod-Mangel zurückzuführen sein. 

Mangan findet man inder Biochemie als das Ergänzungsmittel Nr. 17 oder in den Neukönigsförder Mineraltabletten mit Spurenelementen®.


  
 


Mögliche Mangan-Mangelzeichen: 

Gestörte Verwertung der Vitamine A und B1,  
gehemmte Glutaminsynthese im Gehirn,  
Schilddrüsenstörungen, Kropf trotz genügender Iodzufuhr,  
Karies, Überempfindlichkeiten,  
Fruchtbarkeits- und Libidostörungen,  
gestörte Umwandlung von Milchsäure zu Glucose